Kleiner Wahlhinweis

Lange habe ich mit mir gerungen, ob ich mich überhaupt zur AfD in den bevorstehenden Landtagswahlen äußern soll. Diese Partei, die sich eher den Anliegen einer kleinen Bevölkerungsgruppe widmet, erhascht einfach zu viel Aufmerksamkeit. Die Vorstellung, dass gerade in strukturschwächeren Regionen mit höheren Arbeitslosenquoten eine Partei Erfolge erzielt, die v.a. die Interessen von Besserverdienenden und… Weiterlesen Kleiner Wahlhinweis

Erinnerungen an den 25. Januar 2011

Ganz ehrlich: ich habe wenig Erinnerungen an den 25. Januar 2011. Nicht, weil es schon 5 Jahre her ist, das Leben schon ca. 1826 Tage weitergegangen ist, nicht wegen der Arbeit, Umzügen, 5 Steuererklärungen, unerwarteter Krankheiten, Kindergeburtstagsfeiern, Einschulungen, Schwierigkeiten bei den Hausaufgaben, Unmengen an Papierkram und Millionen anderer Dinge, die in der Zwischenzeit passierten. Am 25. Januar 2011 konnte von einer Revolution noch gar nicht die Rede sein – jedenfalls nicht dort, wo ich mich gerade befand.… Weiterlesen Erinnerungen an den 25. Januar 2011

Wider die Begriffsverunsicherungen

Deutschland mal wieder. Deutschland und Deutsch, eine Sprache, die die Gelegenheit bietet, uns bis ins kleinste Detail präzise auszudrücken und jeden Zweifel am Gemeinten zu verjagen. Eine Fähigkeit, deretwegen das Deutsche weltweit bewundert wird. Wir können Wörter mit anderen Wörtern, mit Vorsilben und Nachsilben zusammenzusetzen wie Legogebäude oder Lego-Kampfflugzeuge. Wenn’s aber darum geht, uns korrekt… Weiterlesen Wider die Begriffsverunsicherungen

Anstelle eines Nachrufs – ein persönlicher Abschied

Es leuchtete ihnen gar nicht ein, dass irgendwo oder irgendwann „Afrikaner“ und „Weiße“ nicht die gleichen Rechte haben oder hatten. Für einen Vortrag über Kernschmelze oder deduktive Statistik hätten sie sicher mehr Einsehen gehabt. Dabei liegt mir das Erklären sozialer Zusammenhänge viel mehr als Mathematik oder Atomphysik. Als Fünfjährige erfasste ich schnell die Begriffe Unterdrückung und Rassenhass in einem Artikel einer Kinderzeitschrift¹… Habe ich etwas falsch gemacht, wenn ich meinen Kindern nicht das Vermächtnis Nelson Mandelas begreiflich machen kann? Vielleicht!… Weiterlesen Anstelle eines Nachrufs – ein persönlicher Abschied

The Greatest Glory – Sonnenscheinbilder

Als Kind hatte ich ähnlich leidenschaftliche Farbverirrungen – nur dass ich nicht so gern Mond und Sterne malte. Über meinen unzähligen „Kunstwerken“ prangte immer eine gelbe Kindersonne mit langen Strahlen und breitem Grinsen, wie sie die meisten anderen Kinder im Kindergarten auch malten. Wir ängstigten uns vor den dunklen mitteleuropäischen Nächten, in denen, die in der Nähe stationierten sowjetischen Militäreinheiten Manöver und Tiefflugübungen durchführten, um uns vor dem Dritten Weltkrieg zu bewahren. … Weiterlesen The Greatest Glory – Sonnenscheinbilder

future tense

In 2011 and 2012 I spent several months in Egypt. I mostly used cameraphones for taking photos there. The situation was very tensy … a whole country waiting for what the future holds … people trembling between hopeful dreams and grave concerns about their future. Ich habe 2011 und 2012 längere Zeit in Ägypten verbracht und die… Weiterlesen future tense

Faule Fische — irgendwie vielleicht doch eine beinahe-fast-schon Liebeserklärung

Eine Fahrt vom Delta in die Wüste und wieder zurück. Ein Text vom Unterwegs-sein. Der sollte ursprünglich eine Liebeserklärung werden, aber simple Liebeserklärungen krieg ich einfach nicht hin. Entstanden ist mal wieder etwas auf meine verquere andere Art – dafür mit Bildern, Video und Musik. Hintergrundinfos gibt es in den Fußnoten.… Weiterlesen Faule Fische — irgendwie vielleicht doch eine beinahe-fast-schon Liebeserklärung

ausgelöscht

Leider musste ich gestern feststellen, dass in den letzten Tagen ein großer Teil der  Graffiti in Alexandria systematisch entfernt oder mit weißer Farbe überstrichen wurde. Es macht den Eindruck, als soll noch vor den Präsidentschaftswahlen die Erinnerung an das, was Anfang 2011 tatsächlich hier geschah, ausgelöscht werden. Ich hoffe in der nächsten Zeit noch Einiges… Weiterlesen ausgelöscht

waste — kein Frühjahrsputz

Seit mehr als 2 Jahren ist die kommunale Müllabfuhr fast täglich im Einsatz. Aber sobald der letzte Müll von einer Straße beseitigt ist, ist schon wieder neuer da. Da es keine Mülltonnen gibt, landen die meisten Abfälle auf dem Gehweg oder am Straßenrand. Leere Coladosen, Chipstüten, Bonbonpapiere etc. werden unterwegs (ob nun zu Fuss oder mit dem Auto) ohne Umwege auf der Straße entsorgt. Auch aus Fenstern oder von Balkonen wird Müll geworfen. Den Zusammenhang mit den unansehnlichen Straßen und mancherorts unpassierbaren Fusswegen stellen die wenigsten her.… Weiterlesen waste — kein Frühjahrsputz

patriotic graffiti in the city of Alexandria (Egypt)

Most of the Graffiti in Alexandria were made last year (2011), but today they still exist and look mostly the same as some month ago. Many graffiti in Alexandria express a new patriotic pride after the revolution. In Cairo graffiti are changed very often and sometimes destroyed by (political) rival groups.  Perhaps i will post… Weiterlesen patriotic graffiti in the city of Alexandria (Egypt)

„Oh Lord wont you …“ oder Mein Chauffeur meine Lebensversicherung!

Seit ich wieder hier in der ägyptischen Provinz bin, geht mir Janis Choplins „Oh Lord wont you buy me a Mercedes Benz“1 nicht mehr aus dem Kopf. Jedes Mal wenn ich unterwegs bin, legt Janis los und lässt sich nicht mehr abschalten. Auch heute nicht. Wir fahren nach Alexandria, weil mein Mann hin und wieder daran denkt, sich ein eigenes Autos zuzulegen und sich dazu umschauen will.… Weiterlesen „Oh Lord wont you …“ oder Mein Chauffeur meine Lebensversicherung!

Ein Jahr später

Vor einem Jahr saß ich ebenfalls in der Nacht vom 11.02. zu 12.02 vor dem Laptop und versuchte irgendwie das in Worte zu fassen, was eigentlich kaum zu fassen war1. Hier war damals längst zu spüren, woran niemand zu diesem Zeitpunkt des Triumphes denken wollte, was die westlichen Medien nicht ansprachen.

Die Menschen waren auch in Damanhur auf die Straße gegangen, nachdem Mubarak einen Tag nach dem Dementi doch zurückgetreten war. … Weiterlesen Ein Jahr später

Namensverleihung

Ich war damals 11 Jahre alt und befand mich im Versammlungsraum im Keller unserer neugebauten Dorfschule. Ein Betonklotz, der einem H manche sagen auch einem U ähnelt. An diesem Tag wurde der Schule der Name eines Widerstandskämpfers gegen das Nationalsozialistische Regime verliehen. Wir hatten uns ein Jahr lang mit dem Streben dieses Mannes beschäftigt. Uns bemüht uns würdig zu erweisen.
Ich musste einen Vortrag vor einigen wichtigen Männern halten …… Weiterlesen Namensverleihung