Platz an der Sonne …

Es gibt Menschen, die verbringen ihren Urlaub bevorzugt in Ländern, wie Tunesien, Malta, Kroatien, Slowenien, Bosnien und Herzegowina, Türkei oder Ägypten und reagieren mit Panik und Hass, wenn Muslime nach Deutschland kommen.

Ich habe Deutsche getroffen, die im Sommer regelmäßig an der Ägäis oder der Türkischen Riviera knapp bekleidet Cocktails schlürfen und im Herbst vorm eigenen Fernseher, PC oder dem nächstgelegenen Flüchtlingsheim meinen, Muslime könnten sich grundsätzlich nicht mit der „Deutschen Kultur und Offenheit“ arrangieren.

Ich kenne Leute, die gern in Bikini oder Badehose am Strand des Roten Meeres liegen und sich in ihren Heimatstädten und Dörfern davor fürchten, dass muslimische Jungs und Männer reihenweise deutsche Frauen belästigen und über Mädchen herfallen könnten.

 

8 Gedanken zu „Platz an der Sonne …

  1. Ich tue mich etwas schwer mit solchen Vergleichen. Sollte der Westeuropäer bekleidet am Strand der Türkei liegen? Sollte der Syrer seine Kultur der des Zuflucht-Landes anpassen?
    Nicht, dass ich solche Tendenzen gut heißen möchte, die einen Zuflucht suchenden Menschen der Anderskultur aktiv ablehnen, doch kulturelle Begegnungen sind überall auf der Welt nicht nur harmonisch, egal, ob Flüchtling oder Besucher.
    Morgen früh habe ich einen Fototermin mit einigen syrischen Flüchtlingen, ich soll Aufnahmen für eine Werbung für ein Benefiz-Konzert zugunsten der Flüchtlinge machen. Ein Dolmetscher wird (hoffentlich) dabei sein. Ich bin sehr gespannt, ist es doch meine erste persönliche Begenung mit syrischen Flüchtlingen.
    BG Mies Vandenbergh

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    1. Oh kleines Missverständnis … Das war eigentlich gar kein Vergleich. Es ging mir um die Frage, warum Menschen, die bestimmte Verhaltensweisen, Fähigkeiten (Verständnis, Freundlichkeit, Respekt, Akzeptanz und Toleranz) und Gegebenheiten (Sicherheit, Komfort, Sauberkeit usw.), die sie im Urlaub in muslimisch geprägten Ländern als selbstverständlich voraussetzen, muslimischen Flüchtlingen nicht zutrauen oder gar absprechen wollen. Die Frage, wer sich wie wo wem oder was anpassen soll, stell ich mir aber auch nicht. Ich denke, für ein gutes Zusammenleben braucht es grundsätzlich gegenseitigen Respekt und den Willen zur Verständigung und natürlich die nötige Ausdauer, wenn es doch etwas komplizierter wird. Integration wird sich nur daraus entwickeln können. Ich wünsche viel Spass morgen beim Fototermin. Und wenn der Dolmetscher doch fehlt: Unterhaltung per Körpersprache kann auch spannend sein, gerade für einen Fotografen. Aber ich glaube, die meisten Syrer können Englisch oder Französisch. Soweit ich weiß, hatte Syrien vor Ausbruch des Krieges ein sehr gutes Bildungssystem. Viele Grüße! Alja

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      1. Ja, stimmt, ich hatte Deinen Text ganz anders verstanden.🙂 Deiner Antwort ist kaum mehr etwas zuzufügen, ich sehe das sehr ähnlich, sie ist sehr schön und trefflich verfasst!!! Bei den meisten Menschen spielen sich ganz andere Prozesse in ihren Gedanken ab, wenn es unterschiedlich um Urlaub oder Zuflucht geht.
        Die Flüchtlinge gestern: Englisch oder französisch? Fehlanzeige. Die sind so zwischen 3 und 10 Monaten in Deutschland, und können DEUTSCH!!!🙂 Naja, etwas, aber ich konnte mich absolut ausreichend mit ihnen unterhalten, besonders mit ein paar jungen Männern. Und ich bin wegen ihrer Höflichkeit, Freundlichkeit und Offenheit äußerst angetan. Nun sollte ich hinzufügen, dass sie nicht in einem Zeltlager wohnen, sondern schon untergebracht sind in Wohnungen und Sammelunterkünften, die ich als menschenwürdiges Domizil einordnen möchte. Sie kamen teilweise zu Fuß über den Libanon, die Türkei und Griechenland zu uns. Nun, ich könnte noch viel mehr schreiben, aber ich denke, dass würde zu weit führen. Vielen Dank nochmal für Deine ausführliche Antwort und liebe Grüße Mies

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  2. Zum adäquaten Umgang mit Kulturen in Gastgeberländern:
    Ich kenne Männer, die in Shorts und Tanktops sowie Frauen, die in Hotpants und Trägershirts im Türkei- oder Tunesienurlaub Moscheen besichtigen und sich höllisch aufregen, wenn ihnen Moscheediener den Zutritt verwehren, weil sie nicht angemessen genug für ein Gotteshaus gekleidet sind.
    Zählt das auch?

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    1. Es ist zumindest ein Zeichen für fehlende interkulturelle Kompetenz. Allerdings fehlt diese uns Allen manchmal, was nicht heißt, dass wir deshalb unmittelbar rassistisch sind. Aber ich habe auch die Beobachtung gemacht, dass Leute, die im Auslands-Urlaub schwer auf Schweineschnitzel mit Pommes verzichten können und auf ihre Badebekleidung in der Moschee, Kirche usw. bestehen, eher zu rassistischen Ressentiments neigen.

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